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Muster für Strickmaschinen — Bindungsarten und wie man sie erstellt

Muster für Strickmaschinen — Bindungsarten und wie man sie erstellt

Welche Muster die Maschine beherrscht

Eine Strickmaschine ist nicht auf die glattrechte Bindung beschränkt. Die Art der Muster hängt vom Maschinentyp ab — von einfachen Streifen auf einer Rundstrickmaschine bis hin zu komplexen Jacquardmustern auf einer elektronischen Flachstrickmaschine.

Grundbindungen

Glattrechte Bindung (Stockinette)

Die Grundbindung — alle Maschen auf einer Seite rechts, auf der anderen links. Jede Strickmaschine beherrscht dies. Auf einer Rundstrickmaschine entsteht sie automatisch.

Rippenmuster (Rib)

Erfordert eine Doppelbettmaschine — das vordere Bett strickt rechte Maschen, das hintere linke. Durch das abwechselnde Arbeiten der Nadeln auf beiden Betten entsteht ein Rippenmuster 1×1, 2×2 oder andere Varianten. Auf einer Einfachbettmaschine ist ein echtes Rippenmuster nicht direkt möglich — es wird durch Umhängen von Maschen simuliert (Mock Rib).

Streifen (Stripes)

Farbwechsel des Garns. Auf jeder Maschine möglich — das Garn wird einfach gewechselt. Automatische Garnwechsler (Yarn Changer) erleichtern häufige Farbwechsel.

Musterbindungen (Pattern Stitches)

Fair Isle / Jacquard

Zwei Farben in einer Reihe — das Muster wird durch eine Lochkarte oder elektronisch gesteuert. Die Maschine wählt automatisch, welche Nadel mit welcher Farbe strickt. Die nicht verwendete Farbe läuft als Fadenflottung auf der Rückseite (Floats). Erfordert eine Lochkarten- oder elektronische Maschine.

Tuck Stitch

Ausgewählte Nadeln stricken nicht — der Faden sammelt sich an ihnen an (Tuck) und wird in der nächsten Reihe gemeinsam verstrickt. Dies erzeugt eine plastische Textur mit kleinen Knötchen. Beliebt für Decken und Kleidungsstücke. Lochkarten- oder elektronische Maschine erforderlich.

Slip Stitch

Ausgewählte Nadeln werden übersprungen — der Faden flottiert hinter ihnen. Ähnlich wie Fair Isle, aber einfacher — man arbeitet mit einer Farbe pro Reihe, der Effekt entsteht durch die Kombination übersprungener und gestrickter Maschen. Lochkarten- oder elektronische Maschine erforderlich.

Weaving (Weben)

Ein zusätzliches Garn wird unter und über die Nadeln geführt und erzeugt einen Webeffekt. Die Maschine strickt mit einem Garn, während das zweite in das Gestrick „eingewebt" wird. Das Ergebnis ist dichter und stabiler.

Lochkartensystem

Die Lochkarte hat ein Raster — jede Zeile entspricht einer Strickreihe, jede Spalte einer Nadel. Ein Loch in der Karte bedeutet, dass die Nadel arbeitet (Farbe A oder Stich). Eine geschlossene Stelle bedeutet, dass die Nadel nicht arbeitet (Farbe B, Tuck oder Slip). Die Karte wird automatisch Reihe für Reihe weitergeschoben.

Eine Standard-Lochkarte hat 24 Spalten — das Muster wiederholt sich alle 24 Maschen. Das ist eine Einschränkung — für größere Muster wird eine elektronische Maschine benötigt.

Elektronische Muster

Eine elektronische Maschine liest das Muster vom Computer — keine Einschränkung hinsichtlich der Anzahl von Maschen oder Reihen. Das Muster wird in einer Software gezeichnet (DesignaKnit, DAK, img2track) und in die Maschine geladen. Es können fotorealistische Bilder, große Motive und Muster über die gesamte Breite des Gestricks gestrickt werden.