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Blockieren von Strickwaren — wie man ein fertiges Produkt spannt und formt

Blockieren von Strickwaren — wie man ein fertiges Produkt spannt und formt

Was ist Spannen

Spannen (englisch blocking) ist ein Prozess, bei dem das fertige gestrickte oder gehäkelte Werk eingeweicht, in die richtige Form gespannt und trocknen gelassen wird. Es ist das „Bügeln" für Strickwaren — es gleicht Unebenheiten aus, öffnet Lochmuster, stabilisiert die Maße und verleiht ein professionelles Aussehen.

Viele Stricker lassen das Spannen aus — und das sieht man. Der Unterschied zwischen einem gespannten und ungespannten Werk ist dramatisch, besonders bei Spitzentüchern, Zopfpullovern und Decken.

Spannmethoden

Nassspannen (wet blocking)

Die wirksamste Methode für die meisten Naturfasern (Wolle, Baumwolle, Alpaka).

Vorgehen: Weichen Sie das Werk in lauwarmem Wasser (30°C) mit einem Tropfen mildem Waschmittel für 15–20 Minuten ein. Herausnehmen, sanft ausdrücken (nicht auswringen!). In ein trockenes Handtuch einwickeln und ausdrücken — das Handtuch absorbiert das meiste Wasser. Das Werk auf eine Spannunterlage (Schaumstoffplatten oder Handtuch) legen und mit Stecknadeln in die gewünschte Form und Größe spannen. Trocknen lassen.

Dampfspannen (steam blocking)

Schnellere Methode, geeignet für weniger starke Korrekturen.

Vorgehen: Das Werk auf die Unterlage legen und mit Stecknadeln spannen. Das Dampfbügeleisen oder den Dampfgarer 2–3 cm über dem Werk halten und dämpfen. BERÜHREN Sie das Werk NICHT mit dem Bügeleisen — der Dampf genügt. Trocknen lassen.

Achtung: Dampfspannen nicht bei Acryl verwenden — Acrylfasern können bei heißem Dampf ihre Elastizität verlieren und „sterben" (wird unwiderruflich flach und glänzend).

Trockenspannen (spray blocking)

Die schonendste Methode.

Vorgehen: Das Werk auf die Unterlage spannen und mit Wasser aus der Sprühflasche besprühen. Trocknen lassen. Weniger wirksam als Nassspannen — geeignet für kleine Korrekturen oder für Garne, die empfindlich auf Einweichen reagieren.

Wann Spannen am meisten hilft

Spitzentücher — Lochmuster öffnen sich nach dem Spannen und vergrößern sich deutlich. Ungespannte Spitze sieht aus wie ein zerknitterter Lappen — nach dem Spannen ist sie wunderschön.

Zopfmuster — Spannen gleicht die Maschen aus und die Zöpfe treten plastisch hervor.

Glatt rechts gestrickte Bindung — das Einrollen der Ränder verringert sich nach dem Spannen (auch wenn es nicht völlig verschwindet).

Pulloverteile vor dem Zusammennähen — Spannen gleicht die Maße aus, damit sich die Teile richtig zusammennähen lassen.

Wann NICHT spannen

Rippenbindung — wenn Sie die Elastizität der Rippung erhalten wollen, spannen Sie nicht zu aggressiv. Die Rippung dehnt sich durch das Spannen und verliert die Elastizität.

Acryl + Dampf — Acryl wird nass oder durch Besprühen gespannt, niemals mit Dampf. Heißer Dampf schädigt Acrylfasern unwiderruflich.

Hilfsmittel zum Spannen

Spannunterlagen — Schaumstoff-Puzzleplatten (Schaumstoff). Stecknadeln halten darin und Sie können jede beliebige Größe zusammenstellen.

T-Nadeln — rostfrei, färben nicht ab. Gewöhnliche Stecknadeln mit Köpfchen funktionieren auch.

Spanndrähte — lange rostfreie Drähte, die Sie durch den Rand des Werks fädeln. Ideal für lange gerade Kanten (Tücher, Decken). Statt Dutzender Stecknadeln fädeln Sie einen Draht ein.