Warum Wolle spezielle Pflege erfordert
Wolle ist eine tierische Faser, die mit Schuppen bedeckt ist (wie menschliches Haar). Bei unsachgemäßer Wäsche — mit heißem Wasser, starkem Reiben oder schnellen Temperaturwechseln — öffnen sich die Schuppen, verhaken sich ineinander und die Faser zieht sich zusammen und verfilzt. Ein verfilzter Pullover ist kleiner, steifer und kann nicht in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Deshalb ist die richtige Wäsche entscheidend.
Handwäsche (empfohlen)
Schritt 1: Füllen Sie eine Schüssel oder ein Waschbecken mit lauwarmem Wasser (30°C — angenehm bei Berührung, nicht heiß). Geben Sie eine kleine Menge Wollwaschmittel (Woolite, Eucalan) oder mildes Shampoo hinzu.
Schritt 2: Tauchen Sie das Produkt ein und drücken Sie es sanft — nicht schrubben, nicht drehen, nicht reiben. Lassen Sie es 10–15 Minuten einweichen.
Schritt 3: Lassen Sie das Wasser ab. Drücken Sie das Produkt sanft aus, um Wasser zu entfernen — NICHT WRINGEN und nicht drehen. Spülen Sie mit klarem Wasser DERSELBEN Temperatur (Temperaturschock verursacht Verfilzung).
Schritt 4: Legen Sie das Produkt in ein trockenes Handtuch, rollen Sie es ein und drücken Sie es sanft aus — das Handtuch absorbiert den Großteil des Wassers.
Schritt 5: Legen Sie es auf ein trockenes Handtuch oder einen Trockenständer in die richtige Form. Niemals aufhängen — nasse Wolle dehnt sich durch ihr Eigengewicht aus.
Maschinenwäsche
Nur wenn das Garn als „superwash" (maschinenwaschbar) gekennzeichnet ist. Superwash-Wolle hat chemisch behandelte Schuppen, die sich nicht verhaken.
Einstellungen: Wollprogramm oder Handwaschprogramm, 30°C, minimales Schleudern (400 Umdrehungen), mildes Waschmittel. OHNE Weichspüler — Weichspüler schädigt Wollfasern.
Normale (nicht-superwash) Wolle gehört NICHT in die Waschmaschine — selbst ein Schonprogramm kann durch die mechanische Reibung der Trommel Verfilzung verursachen.
Wie oft waschen
Wolle hat eine natürliche selbstreinigende Eigenschaft — Lanolin stößt Schmutz und Gerüche ab. Die meisten Wollprodukte müssen nur 2–4 mal pro Saison gewaschen werden. Zwischen den Wäschen reicht es aus, sie über Nacht an der frischen Luft zu lüften.
Trocknen
Immer liegend trocknen — auf einer ebenen Unterlage, in der richtigen Form. Wenn es ein Pullover ist, legen Sie ihn in Rumpfform aus (Schultern, Ärmel). Wenden Sie ihn nach einigen Stunden. Das Trocknen dauert 24–48 Stunden, abhängig von Dicke und Luftfeuchtigkeit.
Niemals im Trockner trocknen — heiße Luft und mechanisches Drehen = garantierte Verfilzung.
Niemals aufhängen — nasse Wolle dehnt sich aus und verformt sich. Weder auf einem Bügel noch auf einer Leine.
Lagerung
Wollprodukte zusammengelegt lagern (nicht auf einem Bügel — Verformung). Bewahren Sie sie in einer Schublade oder Kiste mit Mottenschutz auf: Zedernkugeln, Lavendelsäckchen oder spezielle Präparate. Motten lieben Wolle — besonders schmutzige Wolle, daher vor der Einlagerung am Saisonende waschen.
Rettung verfilzter Produkte
Wenn ein Wollprodukt eingegangen ist, versuchen Sie es in lauwarmem Wasser mit Haarkonditioner (viel Konditioner) für 30 Minuten einzuweichen. Der Konditioner lockert die Fasern. Dann vorsichtig in die ursprüngliche Form dehnen und gespannt trocknen. Das Ergebnis ist nicht garantiert — es hängt vom Grad der Verfilzung ab. Stark verfilzte Produkte können leider nicht gerettet werden.
Spezifikationen nach Material
| Material | Wäsche | Temperatur | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Merino | Handwäsche (oder Superwash in der Maschine) | 30°C | Am empfindlichsten für Verfilzung |
| Alpaka | Handwäsche | 30°C | Ohne Lanolin, schonend |
| Baumwolle | Maschine, Schonprogramm | 30–40°C | Verfilzt nicht, kann aber eingehen |
| Acryl | Maschine | 30–40°C | Widerstandsfähig, kann sich aber ausdehnen |
| Seide | Handwäsche | Kalt | Extrem schonend, nicht in der Sonne trocknen |