Was ist eine linke Masche
Die linke Masche (englisch purl stitch, Abkürzung p) ist neben der rechten Masche der zweite Grundstich beim Handstricken. Während die rechte Masche ein glattes „V" auf der zu Ihnen gewandten Seite erzeugt, bildet die linke Masche einen horizontalen „Knötchen". Auf der linken Seite eines glatt gestrickten Werkstücks sehen Sie Reihen dieser Knötchen.
Die linke Masche ist eigentlich eine „rückwärts" gestrickte rechte Masche — ein Spiegelbild. Jede rechte Masche ist auf der anderen Seite eine linke und umgekehrt. Dieses Verständnis ist entscheidend für das Lesen von Mustern und das Entwerfen eigener Projekte.
Wie man linke Maschen strickt — Anleitung
Schritt 1: Garn nach vorne
Bewegen Sie das Garn nach vorne der Arbeit (zu Ihnen hin), zwischen die Nadeln. Bei der rechten Masche ist das Garn hinten — bei der linken muss es vorne sein.
Schritt 2: Nadel einführen
Führen Sie die rechte Nadel in die erste Masche auf der linken Nadel von rechts nach links (von hinten nach vorne) ein. Die Nadel zeigt von Ihnen weg zu Ihnen hin — das Gegenteil der rechten Masche.
Schritt 3: Garn umschlagen
Schlingen Sie das Garn gegen den Uhrzeigersinn um die rechte Nadel (wie bei der rechten Masche, aber das Garn geht über die Nadel von vorne).
Schritt 4: Durchziehen
Ziehen Sie die neue Schlinge durch die Masche nach hinten und lassen Sie die alte Masche von der linken Nadel gleiten. Die linke Masche ist fertig.
Wo linke Maschen Muster erzeugen
Glatt rechts gestrickte Bindung (stockinette) — eine Reihe rechts, eine Reihe links. Die grundlegendste Kombination.
Rippenbindung (rib stitch) — Wechsel von rechten und linken Maschen in der Reihe (1×1, 2×2). Erzeugt ein elastisches, dehnbares Muster für Säume, Bündchen und Schals.
Perlmuster (seed/moss stitch) — Wechsel von R/L mit Verschiebung in jeder Reihe. Körnige Textur.
Zöpfe (cables) — linke Maschen bilden den Hintergrund, rechte bilden plastische Zöpfe. Der Kontrast zwischen glatten Säulen und körnigem Hintergrund verleiht den Zöpfen ihre Ausdruckskraft.
Reliefmuster — jedes Muster, bei dem rechte und linke Maschen zu geometrischen Formen (Rauten, Dreiecke, Herzen) auf glattem Hintergrund kombiniert werden.
Häufige Fehler
Vergessen, das Garn zu bewegen — wenn Sie das Garn hinten lassen und eine linke Masche stricken, erzeugen Sie eine zufällige Zunahme (yarn over) — in der Arbeit entsteht ein Loch. Überprüfen Sie immer die Position des Garns vor Beginn des Stichs.
Verdrehte Maschen — wenn Sie die Nadel in die entgegengesetzte Richtung in die Masche einführen, verdreht sich die Masche. Verdrehte Maschen sehen wie gekreuzte „X" statt offene „V" aus. Lösung: Nadel bei linken Maschen immer von rechts nach links.
Ungleichmäßige Reihe — linke Maschen neigen dazu, lockerer zu sein als rechte (rowing out). Wenn Ihnen das passiert, versuchen Sie für linke Reihen eine halbe Nummer kleinere Nadel.
Warum linke Maschen länger dauern
Viele Stricker sagen, dass linke Reihen sie verlangsamen. Das liegt daran, dass die linke Bewegung weniger natürlich ist — das Garn muss vor- und zurückbewegt werden, die Nadel geht in die entgegengesetzte Richtung. Mit der Übung gleicht sich die Geschwindigkeit aus. Einige Stricker helfen sich mit alternativen Strickstilen — kombiniertes Stricken oder Portuguese knitting eliminieren den Geschwindigkeitsunterschied zwischen rechten und linken Maschen.
Vergleich von rechten und linken Maschen
| Eigenschaft | Rechte Masche (knit) | Linke Masche (purl) |
|---|---|---|
| Garn | Hinten | Vorne |
| Nadel | Von links nach rechts | Von rechts nach links |
| Aussehen auf der rechten Seite | Glattes „V" | Knötchen (Welle) |
| Geschwindigkeit | Schneller | Langsamer (anfangs) |