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Provisorischer Anschlag (provisional cast on) — wie und wann ihn verwenden

Provisorischer Anschlag (provisional cast on) — wie und wann ihn verwenden

Was ist ein provisorischer Anschlag

Der provisorische Anschlag (englisch provisional cast on) ist eine Technik, bei der Sie Maschen mit einem Hilfsgarn anschlagen, das Sie später entfernen. Nach dem Entfernen des Hilfsgarns erhalten Sie lebende Maschen am unteren Rand — Sie können sie auf eine Nadel aufnehmen und in die entgegengesetzte Richtung stricken. Es ist, als könnten Sie von beiden Enden der Arbeit aus stricken.

Wann den provisorischen Anschlag verwenden

Beidseitiges Stricken — Sie möchten von der Mitte in beide Richtungen stricken (Schal mit identischen Enden, Pullover vom Bund nach oben und unten gestrickt).

Nahtlose Verbindung — anstatt zwei Teile zusammenzunähen, können Sie aus dem provisorischen Anschlag Maschen aufnehmen und direkt den anschließenden Teil stricken.

Kitchener Stitch — beim Grafting (unsichtbares Verbinden) benötigen Sie lebende Maschen an beiden Enden — der provisorische Anschlag gewährleistet diese.

Tubular cast on — manche elastische Säume beginnen mit einem provisorischen Anschlag und gehen dann in ein Rippenmuster mit umgeschlagenen Maschen über.

Methode 1: Häkel-provisional cast on

Schritt 1: Nehmen Sie ein Hilfsgarn in kontrastierender Farbe und eine Häkelnadel. Häkeln Sie eine Kette, die 5–10 Maschen länger ist als Sie benötigen.

Schritt 2: Nehmen Sie eine Stricknadel und das Arbeitsgarn. Aus den hinteren Höckern der Kette nehmen Sie Maschen auf — führen Sie die Häkelnadel in den Höcker auf der Rückseite der Kette ein, ziehen Sie das Arbeitsgarn durch und setzen Sie die Masche auf die Nadel.

Schritt 3: Sie stricken normal mit dem Arbeitsgarn. Die Hilfskette bleibt am unteren Rand.

Auftrennen: Wenn Sie die lebenden Maschen benötigen, finden Sie das Ende der Kette und trennen auf — die Maschen aus dem Arbeitsgarn fädeln Sie nach und nach auf eine Nadel.

Methode 2: Invisible provisional cast on

Schritt 1: Spannen Sie das Hilfsgarn entlang der Nadel und halten Sie es mit dem Daumen fest.

Schritt 2: Mit dem Arbeitsgarn umwickeln Sie abwechselnd um die Nadel und das Hilfsgarn — nach oben über die Nadel, nach unten unter das Hilfsgarn, nach oben über die Nadel. Jede Umwicklung = eine Masche.

Auftrennen: Ziehen Sie das Hilfsgarn heraus — die Maschen lösen sich und Sie setzen sie auf eine Nadel.

Wichtiger Hinweis

Beim Auftrennen werden Sie etwa halb so viele Maschen haben, wie es scheint — das abwechselnde Umwickeln erzeugt Maschen und Zwischenmaschen. Rechnen Sie damit bei der Planung.

Das Hilfsgarn muss eine kontrastierende Farbe haben und glatt sein (am besten Baumwolle) — es lässt sich leicht auftrennen. Verwenden Sie kein haariges Garn — es lässt sich schlecht entfernen.